Du willst einen einzigen ETF, der die ganze Welt abdeckt, und stehst vor zwei Namen: MSCI World und FTSE All-World. Beide werben mit "ein ETF für alles". Der entscheidende Unterschied passt aber in einen Satz: Der MSCI World lässt Schwellenländer komplett weg, der FTSE All-World nimmt sie zu rund 10 Prozent mit rein.[2]
Das klingt nach viel. In der Rendite der letzten zehn Jahre war es fast egal, weil Schwellenländer in diesem Zeitraum schwächelten. Für die nächsten zehn Jahre weiß das niemand. Und genau deshalb ist die Frage "welcher ist besser" weniger eine Renditefrage als eine Frage, wie breit du streuen willst und ob du das Thema danach nie wieder anfassen möchtest.
Ich hab beide Indizes Titel für Titel verglichen und beide Standard-ETFs Kostenposition für Kostenposition. Am Ende rechne ich dir vor, wie groß der Kostenunterschied über zehn Jahre Sparplan wirklich ist. Vorweg: kleiner, als die meisten Vergleichsvideos behaupten.
| MSCI World | FTSE All-World | |
|---|---|---|
| Anzahl Titel | ~1.308[1] | ~4.300[2] |
| Länder | 23 Industrieländer[1] | 49 (25 Industrie, 24 Schwellen)[2] |
| Schwellenländer | 0 % | ~10 %[2] |
| Größenklassen | Large + Mid Cap | Large + Mid Cap |
| Standard-ETF | iShares Core MSCI World | Vanguard FTSE All-World |
| ISIN (Beispiel) | IE00B4L5Y983[3] | IE00B3RBWM25[4] |
| TER p.a. | 0,20 %[3] | 0,19 %[4] |
| Replikation | physisch (vollständig) | physisch (Sampling) |
| USA-Gewicht (ca.) | gut 70 %[3] | Mitte 60 %[4] |
| Min. Sparrate | ab 1 € | ab 1 € |
Kurz erklärt: die wichtigsten Begriffe
- TER (p.a.): die laufende Jahresgebühr des ETF in Prozent. "p.a." heißt pro Jahr.
- Replikation: wie der ETF den Index nachbaut. "Physisch" heißt, er kauft die echten Aktien.
- Sampling: eine Form der physischen Replikation, bei der nur eine repräsentative Auswahl der Aktien gekauft wird statt aller.
- Ausschüttend / thesaurierend: ausschüttend zahlt dir Dividenden aufs Konto, thesaurierend legt sie automatisch wieder an.
- Marktkapitalisierung: der Börsenwert eines Unternehmens. Indizes gewichten danach, große Firmen bekommen mehr Platz.
- Schwellenländer: aufstrebende Märkte wie China, Indien oder Brasilien. Industrieländer sind etablierte wie USA, Deutschland oder Japan.
- Rebalancing: das Zurücksetzen deiner Gewichtung, wenn ein Teil zu groß geworden ist.
- Basispunkt: ein Hundertstel Prozent. 0,07 Prozent sind 7 Basispunkte.
- Vorabpauschale: eine kleine jährliche Steuer-Vorauszahlung auf thesaurierende Fonds. Mehr dazu im verlinkten Beitrag.
↓ worum es bei der Wahl wirklich geht
Die eigentliche Frage: Schwellenländer ja oder nein
Beide Indizes wollen dasselbe: dir mit einem Produkt die Aktienmärkte der Welt ins Depot legen, gewichtet nach Marktkapitalisierung. Die Trennlinie verläuft an einer einzigen Stelle. Der MSCI World bildet nur Industrieländer ab. Der FTSE All-World nimmt zusätzlich Schwellenländer wie China, Indien, Taiwan oder Brasilien mit.
Wer einen MSCI World bespart und Schwellenländer trotzdem haben will, muss einen zweiten ETF dazukaufen, klassisch einen MSCI Emerging Markets im Verhältnis 70 zu 30. Wer einen FTSE All-World nimmt, hat beides automatisch in einem Produkt, im Marktverhältnis. Das ist der ganze Kern der Debatte. Alles andere sind Details.
Und ja, "im Marktverhältnis" heißt aktuell nur rund 10 Prozent Schwellenländer.[2] Vor 15 Jahren wären es mehr gewesen. Der Anteil schwankt mit der Marktkapitalisierung, niemand legt ihn fest.
MSCI World im Detail
Was der MSCI World abbildet
Der MSCI World enthält rund 1.308 Aktien aus 23 Industrieländern und deckt je Land etwa 85 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung ab.[1] Large und Mid Caps, keine Small Caps, keine Schwellenländer. Über 70 Prozent des Index stecken in US-Aktien, weil die US-Börsen schlicht am höchsten bewertet sind.[3]
Ein Punkt, den viele übersehen: Südkorea zählt beim MSCI World als Schwellenland und fliegt damit raus. Beim FTSE läuft Südkorea als Industrieland und ist drin. Für deine Rendite ist das eine Randnotiz, aber es erklärt, warum die Titelzahl und die Länderliste sich unterscheiden, obwohl beide "die Welt" abbilden wollen.
Der Standard-ETF auf diesen Index ist der iShares Core MSCI World mit der ISIN IE00B4L5Y983. Er kostet 0,20 Prozent Gebühr im Jahr, repliziert physisch und vollständig und verwaltet über 120 Milliarden Euro.[3] Es gibt günstigere MSCI-World-ETFs, einige starten bei rund 0,12 Prozent. Dazu später mehr, denn das ist der relevantere Kostenhebel als die Frage MSCI gegen FTSE.
FTSE All-World im Detail
Was der FTSE All-World abbildet
Der FTSE All-World enthält rund 4.300 Aktien aus 49 Ländern, davon 25 Industrie- und 24 Schwellenländer.[2] Auch hier Large und Mid Caps, keine Small Caps. Schwellenländer machen rund 10 Prozent des Index aus.[2] Das US-Gewicht liegt etwas niedriger als beim MSCI World, weil die übrigen Länder mehr Platz bekommen, grob Mitte 60 Prozent.[4]
Die mehr als 4.000 Titel klingen nach deutlich breiterer Streuung. In der Praxis ist der Effekt kleiner, als die Zahl suggeriert. Der Großteil der zusätzlichen Aktien sind kleine Positionen mit winzigem Gewicht. Die größten 1.300 Titel sind in beiden Indizes nahezu deckungsgleich. Der echte Unterschied bleibt der Schwellenländer-Block, nicht die nackte Titelzahl.
Der Standard-ETF ist der Vanguard FTSE All-World, ausschüttend mit ISIN IE00B3RBWM25, thesaurierend mit IE00BK5BQT80. Beide kosten 0,19 Prozent im Jahr und replizieren physisch per Sampling, also nicht jede einzelne der 4.300 Aktien, sondern eine repräsentative Auswahl.[4] Der ausschüttende war jahrelang der Liebling der deutschen ETF-Community, weil er lange Zeit fast ohne Konkurrenz dastand.
Rendite im Vergleich: Wer hat outperformt?
Beide rebasiert auf 100 zum Start. Total Return (Kurs plus reinvestierte Ausschüttungen), in USD.
Wer outperformt: Über elf Jahre liegt der MSCI World rund 20 Prozentpunkte vorn (+286 % gegen +265 %), weil Schwellenländer das letzte Jahrzehnt gebremst haben. Das ist diese eine Dekade, kein Naturgesetz.
Quelle: iShares Core MSCI World (SWDA), Vanguard FTSE All-World (VWRL), Total Return USD, Juni 2015 bis Juni 2026, eigene Berechnung.[5]
Beide Indizes haben sich über elf Jahre fast vervierfacht, und die Linien laufen lange fast deckungsgleich. Der MSCI World zieht erst ab 2021 sichtbar davon, vorher ist der Abstand kaum zu erkennen.
Der Vorsprung kommt fast komplett aus den letzten Jahren, in denen US-Tech die Märkte trug und Schwellenländer zurückblieben. Genau die rund 10 Prozent Schwellenländer, die der FTSE All-World mitschleppt, haben ihn in dieser Phase gebremst.
20 Prozentpunkte über elf Jahre klingen nach viel, sind aber gut 0,5 Prozentpunkte pro Jahr. Wer auf die nächste Dekade wettet, kauft keine Vergangenheits-Rendite. Dreht der Wind Richtung Schwellenländer, kippt der Vorsprung.
In Zahlen: Über die letzten elf Jahre (Juni 2015 bis Juni 2026) hat der MSCI World rund 286 Prozent zugelegt, der FTSE All-World rund 265 Prozent.[5] Ein Vorsprung von gut 20 Prozentpunkten, der gemessen an fast 300 Prozent Gesamtzuwachs schmal ist.
Der Grund ist kein Wunder, sondern Mathematik. Schwellenländer haben im vergangenen Jahrzehnt schlechter abgeschnitten als US-Aktien. Der FTSE All-World hatte diese 10 Prozent Schwellenländer im Depot, der MSCI World nicht. Also bremsten die Schwellenländer den FTSE leicht aus.
Wobei, ganz so simpel ist es nicht. Genau dieselbe Logik kann sich umdrehen. Schwellenländer sind nach zehn schwachen Jahren relativ zu US-Aktien niedriger bewertet. Läuft die nächste Dekade andersrum, liegt der FTSE All-World vorn. Wer dir aus diesem Chart einen garantierten Sieger für die nächsten zehn Jahre macht, blendet genau das aus.
Und die exakten Prozente hängen am gewählten ETF und seiner Tracking Difference, also wie sauber er den Index trifft. Die 286 gegen 265 Prozent sind die real gemessene Spanne dieser beiden Standard-ETFs in diesem Fenster, kein in Stein gemeißelter Wert.
Behandle die historische Differenz als das, was sie ist: eine Momentaufnahme einer Dekade, in der die USA dominierten. Wenn deine Kaufentscheidung an einem halben Prozentpunkt Vergangenheits-Rendite hängt, optimierst du das falsche Ende. Die Sparrate und das Durchhalten über 20 Jahre entscheiden hundertmal mehr als die Indexwahl.
Kosten im Detail
Die laufende Gebühr (TER) trennt die beiden Standard-ETFs nur um 0,01 Prozentpunkte: 0,20 Prozent beim iShares MSCI World[3] gegen 0,19 Prozent beim Vanguard FTSE All-World.[4] Das ist praktisch nichts. Spannender wird es, wenn du den günstigsten MSCI World gegen den Vanguard stellst.
Eine Sache solltest du wissen: Die TER ist nicht der ganze Preis. Was am Ende wirklich zählt, ist die Tracking Difference, also wie weit der ETF real hinter seinem Index zurückbleibt. Die kann bei gleicher TER ein paar Basispunkte ausmachen, mal zugunsten, mal zulasten des Fonds. Für die Größenordnung unten ändert das nichts, fürs Feintuning zwischen zwei sonst gleichen ETFs ist es der ehrlichere Maßstab als die nackte Gebühr.
| Kostenpunkt | iShares Core MSCI World | Vanguard FTSE All-World |
|---|---|---|
| TER p.a. | 0,20 % | 0,19 % |
| Günstigster Index-ETF | ab ~0,12 % (andere Anbieter) | ~0,19 % (kaum Auswahl) |
| Sparplan-Kosten | 0 € bei Neobrokern | 0 € bei Neobrokern |
| Schwellenländer enthalten | nein (zweiter ETF nötig) | ja |
| Auswahl an ETFs | groß (viele Anbieter) | kleiner |
Setup: 300 € pro Monat in einen Welt-ETF, 10 Jahre, kostenloser Sparplan beim Neobroker, angenommene 5 Prozent Rendite im Schnitt. Eingezahlt werden 36.000 €, das durchschnittlich investierte Kapital über die Laufzeit liegt grob bei 22.000 €.
- iShares MSCI World (0,20 %) gegen Vanguard FTSE All-World (0,19 %): Differenz 0,01 Prozentpunkte. Gerechnet auf das Durchschnittskapital: 22.000 € × 0,01 % = 2,20 € pro Jahr, über zehn Jahre also rund 22 €. Ein Mittagessen.
- Günstiger MSCI World (0,12 %) gegen Vanguard FTSE All-World (0,19 %): Differenz 0,07 Prozentpunkte: 22.000 € × 0,07 % = 15,40 € pro Jahr, über zehn Jahre also rund 150 €.
Heißt für dich: Die Frage "MSCI World oder FTSE All-World" kostet dich über ein Jahrzehnt fast nichts. Die Frage "billiger oder teurer ETF auf denselben Index" ist der größere Hebel, und selbst der bleibt überschaubar. Das sind grobe Schätzwerte, nicht aufs Komma genau, aber die Größenordnung stimmt.
Vor- und Nachteile MSCI World
Stark beim MSCI World
- Riesige ETF-Auswahl, dadurch echte Preiskonkurrenz und Sparpläne ab rund 0,12 Prozent möglich.
- Mehr Anbieter heißt mehr ausschüttende und thesaurierende Varianten zur Auswahl.
- In der letzten Dekade leicht vorn, weil ohne Schwellenländer-Bremse.
- Der bekannteste Index am deutschen Markt, viele Vergleichsdaten und Sparplan-Aktionen.
Schwach beim MSCI World
- Keine Schwellenländer. Für volle Welt-Abdeckung brauchst du einen zweiten ETF plus Rebalancing.
- Südkorea fehlt komplett, weil dort als Schwellenland eingestuft.
- Zwei ETFs bedeuten mehr Pflege und die Versuchung, die 70-zu-30-Mischung zu zerschießen.
Vor- und Nachteile FTSE All-World
Stark beim FTSE All-World
- Schwellenländer sind drin, ein Produkt deckt die Welt komplett ab.
- Kein Rebalancing nötig, der Index passt die Gewichte automatisch an.
- Maximale Einfachheit: ein Sparplan, einmal einrichten, nie wieder anfassen.
- Der Vanguard-Klassiker hat eine lange Historie und viel Fondsvolumen.
Schwach beim FTSE All-World
- Deutlich kleinere ETF-Auswahl, der Vanguard hat kaum günstigere Konkurrenz.
- Kein 0,12-Prozent-Schnäppchen wie bei den MSCI-World-ETFs.
- Wer Schwellenländer bewusst nicht will, bekommt sie hier trotzdem aufgedrückt.
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- Willst du Schwellenländer dabei haben? Wenn ja und du willst nur einen ETF, nimm den FTSE All-World. Wenn dir egal ist oder du sie bewusst weglässt, MSCI World.
- Willst du genau ein Produkt oder ist dir ein zweiter ETF recht? Ein Produkt spricht für FTSE All-World. Wer ohnehin gern selbst gewichtet, kann MSCI World plus Emerging Markets bauen.
- Wie wichtig sind dir die letzten Basispunkte Gebühr? Wenn dich 0,07 Prozentpunkte jucken, geh auf einen günstigen MSCI World plus EM-ETF. Wenn nicht, ist der Vanguard FTSE All-World die bequemste Lösung.
- Ausschüttend oder thesaurierend? Beide Welten gibt es in beiden Varianten. Für den Steuer-Teil lies dir vorher an, wie die Vorabpauschale 2026 bei thesaurierenden ETFs funktioniert.
- Broker wählen. Sparpläne sind bei den großen Neobrokern auf beide ETFs kostenlos. Welcher Broker zu dir passt, steht im Vergleich Trade Republic vs Scalable Capital.
Häufige Fehler
Fehler 1: Beide gleichzeitig besparen. MSCI World und FTSE All-World überschneiden sich zu großen Teilen. Wer beide bespart, hält am Ende fast dasselbe doppelt, zahlt zweimal Gebühren und bildet sich Diversifikation nur ein. Nimm einen.
Fehler 2: Wegen 0,5 Prozent Vergangenheits-Rendite umschichten. Verkaufen und neu kaufen löst Steuern aus und kostet Spread. Der Renditevorsprung der Vergangenheit ist dann oft kleiner als die Kosten des Wechsels.
Fehler 3: Die 70-zu-30-Mischung selbst bauen und dann nie rebalancen. Wer MSCI World plus Emerging Markets fährt, muss das Verhältnis hin und wieder zurücksetzen. Wer das vergisst, hält nach Jahren eine zufällige Gewichtung. Der FTSE All-World erledigt das von allein.
Fehler 4: Auf den thesaurierenden ETF setzen und die Vorabpauschale vergessen. Seit die Zinsen wieder höher sind, fällt die Vorabpauschale spürbar an. Das ist keine Katastrophe, aber du solltest wissen, dass auch ein thesaurierender ETF Steuern auslösen kann, bevor du verkaufst.
Mein Ansatz
Ich halte selbst keinen der beiden. Mein Live-Depot besteht aus fünf Quality-Dividend-ETFs mit rund 102.000 € Volumen (die ISINs und Gewichte stehen im ETF-Musterdepot). Das ist eine Dividenden-Strategie, kein breiter Markt-Index, also bin ich hier neutraler Beobachter und habe keinen Anreiz, dir das eine oder andere Produkt anzudrehen.
Wenn ich heute jemandem ohne Vorwissen einen ersten Welt-ETF empfehlen müsste, würde ich zum FTSE All-World raten. Nicht weil er mehr Rendite verspricht, sondern weil er die geringste Wahrscheinlichkeit hat, dass jemand etwas falsch macht. Ein Produkt, ein Sparplan, fertig. Keine 70-zu-30-Rechnerei, kein vergessenes Rebalancing.
Wer dagegen Spaß am Optimieren hat und das Rebalancing diszipliniert durchzieht, fährt anders. Mit einem günstigen MSCI World plus Emerging-Markets-ETF wird es einen Tick billiger und flexibler. Das ist eine Frage des Typs, nicht der objektiven Überlegenheit. Welche Strategie überhaupt zu dir passt, klärt der Beitrag Welches Dividenden-Depot passt zu dir, bevor du dich auf einen Index festlegst.
Eine ehrliche Schwäche dieser Einschätzung: Sie unterstellt, dass der Schwellenländer-Anteil von 10 Prozent ungefähr so bleibt. Sollte China oder Indien stark wachsen, verschiebt sich das, und der Unterschied zwischen beiden Indizes wird größer. Dann wäre die Wahl wieder mehr als eine Detailfrage.
↓ häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen
Was ist besser, MSCI World oder FTSE All-World?
Keiner ist objektiv besser. Der FTSE All-World deckt mit Schwellenländern in einem Produkt die ganze Welt ab und ist bequemer. Der MSCI World hat die größere ETF-Auswahl und damit günstigere Optionen, lässt aber Schwellenländer weg. Für Einfachheit nimm FTSE All-World, für maximale Kostenkontrolle einen günstigen MSCI World plus Emerging Markets.
Warum FTSE All-World statt MSCI World?
Der Hauptgrund ist Einfachheit. Der FTSE All-World enthält Schwellenländer wie China und Indien bereits zu rund 10 Prozent, du brauchst also keinen zweiten ETF und kein Rebalancing. Ein Sparplan deckt die komplette Welt ab. Wer keine Lust auf eine 70-zu-30-Mischung aus zwei Produkten hat, fährt mit dem FTSE All-World einfacher.
Welcher ETF ist besser, MSCI World oder FTSE All-World?
Der Standard ist der iShares Core MSCI World (0,20 Prozent) gegen den Vanguard FTSE All-World (0,19 Prozent). Die Gebühr trennt beide kaum. Der Vanguard ist das bequemere Komplettpaket mit Schwellenländern, beim MSCI World findest du günstigere ETFs ab rund 0,12 Prozent. Die Entscheidung hängt an Schwellenländern und Kostenpräferenz, nicht an der Rendite.
Was ist besser, FTSE All-World oder MSCI ACWI?
Beide bilden Industrie- und Schwellenländer ab und sind sich sehr ähnlich. Der MSCI ACWI ist das Schwellenländer-Pendant zum MSCI World. In der Praxis liefern FTSE All-World und MSCI ACWI nahezu dieselbe Welt-Abdeckung. Der FTSE hat etwas mehr Mid Caps und mit dem Vanguard-ETF ein sehr günstiges, etabliertes Produkt, was ihn für viele Anleger praktischer macht.
Kann ich MSCI World und FTSE All-World kombinieren?
Technisch ja, sinnvoll meistens nicht. Beide überschneiden sich bei den größten Titeln fast vollständig, du würdest also dasselbe doppelt halten und zweimal Gebühren zahlen, ohne echte Streuung zu gewinnen. Entscheide dich für einen. Wer Schwellenländer übergewichten will, kombiniert eher MSCI World mit einem separaten Emerging-Markets-ETF.
Weiterlesen
- ETF-Musterdepot mit Quality-Dividend-ETFs: mein eigenes Depot mit konkreten ISINs, falls dir ein reiner Markt-Index zu langweilig ist.
- Welches Dividenden-Depot passt zu dir: drei Strategien im Vergleich, hilft bei der Wahl vor dem ETF-Kauf.
- Trade Republic vs Scalable Capital: der passende Broker für deinen Welt-ETF-Sparplan.
- Vorabpauschale 2026 berechnen: wichtig für jeden, der einen thesaurierenden Welt-ETF bespart.
- UnitPlus als Tagesgeld-Alternative: für den Teil deines Geldes, der nicht in Aktien soll.
Quellen
- MSCI World Index Factsheet, Stand 29.05.2026: rund 1.308 Titel, 23 Industrieländer, ~85 % Streubesitz-Marktkapitalisierung je Land.
- Finanztip: FTSE All-World, 27.05.2026: knapp 4.300 Aktien aus 49 Ländern (25 Industrie, 24 Schwellen), Schwellenländer ~10 % des Index. Bestätigt durch LSEG / FTSE Russell.
- justETF: iShares Core MSCI World UCITS ETF (IE00B4L5Y983), Factsheet-Stand 30.04.2026: TER 0,20 % p.a., physische Vollreplikation, über 120 Mrd. € Fondsvolumen.
- justETF: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (IE00B3RBWM25), Stand 06.06.2026: TER 0,19 % p.a., physische Replikation per Sampling.
- Eigene Berechnung der Performance auf Basis täglicher Schlusskurse (adjusted close, Total Return in USD) von iShares Core MSCI World UCITS ETF (SWDA.L) und Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (VWRL.L), Zeitraum Juni 2015 bis Juni 2026, Rohdaten via yfinance. MSCI World +285,9 %, FTSE All-World +265,4 %.
Wichtiger Hinweis: Dies ist meine persönliche Einschätzung und keine Anlageberatung im Sinne des §34f GewO. Indexzusammensetzung, Gebühren und Länderanteile ändern sich laufend, alle Zahlen sind Stand Q2 2026 und stammen aus den verlinkten Factsheets. Vor jedem Kauf lohnt sich ein Blick auf das aktuelle ETF-Factsheet. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Offenlegung eigener Positionen: Ich halte weder einen MSCI-World- noch einen FTSE-All-World-ETF. Mein Live-Depot besteht aus fünf Quality-Dividend-ETFs (~102.000 €) bei einem deutschen Broker (siehe Musterdepots). Diese decken Industrie- und Schwellenländer ab, folgen aber einer Dividenden-Strategie statt eines breiten Markt-Index.
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